Beerenzeit im Bayerischen Wald
Heidelbeeren, Himbeeren und Brombeeren
machen den Spätsommer im Woid zu einer
kleinen Genusstour.

Im Spätsommer leuchten zwischen Moos, Farnen und lichten Waldstellen dunkelblaue Heidelbeeren. An sonnigen Wegrändern reifen Himbeeren und Brombeeren, später kommen Preiselbeeren, Holunder und Hagebutten hinzu. Wer aufmerksam unterwegs ist, entdeckt Zutaten für Marmelade, Kuchen, Saft und traditionelle Gerichte.
Besonders eng mit der Region verbunden ist die Heidelbeere. Im Dialekt wird sie vielerorts „Hoiba“ oder „Hoiwa“ genannt. Rund um Sankt Englmar kennt man den „Hoiwaschmoriggl“, einen Pfannkuchen mit Heidelbeeren. Im Arberland heißt eine ähnliche Spezialität „Hoiwawagga“.
Blaue Finger gehören dazu
Wilde Heidelbeeren sind kleiner als Kulturheidelbeeren, schmecken aber besonders aromatisch. Ihr dunkles Fruchtfleisch färbt Finger, Lippen und Zunge schnell blau. Sie wachsen häufig in lichten Nadel- und Mischwäldern auf sauren Böden.
Früher zogen ganze Familien mit Kannen und Körben in den Wald. Aus den gesammelten Beeren entstanden Marmelade, Kompott, Kuchen oder süße Mehlspeisen.
Von süß bis herb
Himbeeren wachsen vor allem an lichten Waldstellen und Böschungen, Brombeeren häufig an Waldrändern und in Hecken. Preiselbeeren schmecken herber und passen als Kompott gut zu Wildgerichten oder Käse.
Gegen Ende des Sommers reift der Schwarze Holunder. Seine Beeren eignen sich gekocht für Saft, Gelee oder Hollerkoch, sollten aber nicht roh gegessen werden. Auch Hagebutten kündigen den Herbst an und lassen sich zu Tee, Mus oder Marmelade verarbeiten.
Sammeln mit Rücksicht
Gesammelt werden sollten aber nur bestimmte Früchte. Im Wald wachsen auch ungenießbare und giftige Beeren. Kinder sollten unbekannte Früchte daher niemals probieren.
Ein fester Behälter schützt die empfindlichen Beeren besser als eine Plastiktüte. Zu Hause sollten sie gewaschen und möglichst bald verarbeitet werden.
Im Nationalpark Bayerischer Wald dürfen Beeren für den persönlichen Gebrauch gesammelt werden. Das Wegegebot muss jedoch eingehalten werden. Außerdem sollte man nie ganze Sträucher abernten, damit genügend Nahrung für Vögel und andere Tiere bleibt.
Der Geschmack des Spätsommers
Ob frisch vom Strauch, als Marmelade oder im warmen Heidelbeerpfannkuchen: Heimische Beeren bringen den Geschmack des Bayerischen Waldes auf den Teller. Wer maßvoll sammelt und respektvoll mit der Natur umgeht, findet im Woid einen kleinen, farbenfrohen Schatz.







